14. Februar 2017 Kapitel : Aktuelle Weiterentwicklungen und potentielle Auswirkungen

In dem letzten Kapitel dieser Weiterbildungsserie geht es aktuelle Weiterentwicklungen der Blockchain-Technologie und darum, welche Geschäftskonzepte sich hier entwickeln lassen, die potentiell aktuelle Branchenführer disruptieren könnten.

Eine große Limitierung von aktuellen Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum stellen Skalierbarkeit und Geschwindigkeit dar. Mit Payment Channels oder dem aus der Datenbankwelt bekannten Sharding werden aktuell Ansätze entwickelt, wie die Anzahl der Transaktionen pro Sekunden deutlich erhöht werden kann und die Bestätigungsdauer reduziert. Auch den Bestätigungsalgorithmus von Proof of Work auf ein anderes System wie Proof of Stake zu ändern, würde die Geschwindigkeit erhöhen. Dieses Konzept wie auch den gerichteten azyklischen Graphen DAG am Beispiel von RChain behandeln wir in diesem Kapitel ausführlicher.

Neue und hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten eröffnet die Einbindung von zero-knowlegde proofs, also die Möglichkeit zu beweisen, dass man ein Geheimnis kennt, ohne dabei das Geheimnis offen legen zu müssen. ZCash ist hier eine der ersten Anwendungen, erlaubt sind komplett anonyme Transaktionen, bei denen weder die Geschäftspartner noch die Höhe der Transaktion bekannt sind. Jedoch können nach Wunsch Informationen zu Transaktion offen gelegt werden, z.B. ob ein gewisser Betrag überschritten wurde. Eine andere Anwendungsmöglichkeit von zero-knowlegde proofs wäre, beweisen zu können, dass man eine gewisse Altersgrenze bereits erreicht hat, ohne sein Geburtsdatum durch das Herzeigen eines Ausweises offen legen zu müssen.

Als Anwendungsbeispiele stellen wir eine komplett dezentrale Wechselbörse, eine automatische Versicherung, eine elektronische Geldbörse, ein Notariat, eine virtuelles Patentamt, eine Hilfsorganisation und einen dezentralen Uber-Konkurrenten vor. Viel Vergnügen beim Lesen des letzten Kapitels.